Wer kennt das nicht: Man lügt, um besser dazustehen. Man lästert, um einem anderen eins auszuwischen. Man verweigert Hilfe, um selbst keine Umstände zu haben. Schuld und Unrecht begegnen uns tagtäglich. Niemand macht alles richtig. Viel zu oft und schnell verletzen wir jemanden, sind ungerecht oder egoistisch. Hinterher fühlt man sich dann schlecht und möchte am liebsten wieder alles rückgängig machen. Nicht immer gelingt das. Ob eine Entschuldigung angenommen wird oder nicht, liegt nicht in den eigenen Händen. Wir sind auf Vergebung angewiesen.

Auch Gott gegenüber müssen wir unser Handeln verantworten.

“Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. (…) Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.”
(Mt 25,40, 45)

Das Gute ist: Wir dürfen auf Gottes bedingungslose Liebe vertrauen. Wenn wir bereuen, was wir getan oder eben nicht getan haben, wenn wir uns neu auf den Weg zu Gott machen, dann vergibt er uns, nimmt uns auf in seine Gemeinschaft.

Feier der Versöhnung

Gottes vergebende Hinwendung zu uns wird anschaulich im Sakrament der Versöhnung. In ihm feiern wir, dass Gott uns die Chance und die Kraft schenkt, unser Leben zu ändern und unbelastet neu anzufangen. Auch wenn es vielleicht (noch) nicht gelungen ist, ein getanes Unrecht wieder gut zu machen: Das Sakrament der Versöhnung ist ein Zeichen der Hoffnung und der Ermutigung. Das Sakrament der Versöhnung wird auch Bußsakrament, Sakrament der Vergebung, der Beichte oder der Umkehr genannt.

Gott will das Gute nicht nur von, sondern für uns. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er barmherzig ist. “Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.” (1 Joh 1,8) Entscheidend ist, dass wir unsere Schuld erkennen, die Verantwortung dafür übernehmen und uns fest vornehmen, das getane Unrecht wieder gut zu machen. Eine solche Umkehr ist kein Rückschritt, sondern Fortschritt, Befreiung. “Ich fege deine Vergehen hinweg wie eine Wolke und deine Sünden wie Nebel. Kehre um zu mir; denn ich erlöse dich!” (Jes 44,22)
Für etwas zu büßen heißt also nicht, für etwas bestraft zu werden. Vielmehr kommt darin der freie Wille zum Ausdruck, etwas zu bereuen, sich befreien zu wollen aus dem Netz der Schuld, aus allen Verstrickungen, in denen wir gefangen sind.

Beichtpraxis

Die Spendung des Bußsakraments geht auf Jesus zurück, der zu seinen Aposteln sprach: “Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.” (Joh 20,22-23)

Das Sakrament der Versöhnung kann mehrfach empfangen werden und ist an keine Zeit gebunden. Empfohlen wird der Empfang besonders in der österlichen Bußzeit. In vielen Gemeinden gibt es feste Zeiten, an denen der Priester für ein Beichtgespräch zur Verfügung steht. In dringenden Fällen kann aber auch jeder Gläubige zu jeder Zeit einen Priester um ein Beichtgespräch bitten. Es gilt das Beichtgeheimnis, das heißt, der Priester ist zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet und darf das, was er hört, nicht weitergeben.

Einzelbeichte

2013_12_beichte_st_annaIn der Einzelbeichte bekennt der Gläubige dem Priester seine Schuld. Zur Absolution (Lossprechung) streckt der Priester die Hand über den Beichtenden aus und spricht:

“Gott, der barmherzige Vater hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.”

Das Kreuzzeichen am Ende ist das sichtbare Zeichen der Vergebung. Es erinnert daran, dass mit der Selbsthingabe Jesu am Kreuz die Versöhnung unwiderruflich ist.

Für das Ablegen der Beichte beachten Sie bitte den aktuellen Wochenbrief. Dort werden ggfs. Beichttermine genannt. Ansonsten wenden Sie sich für individuelle Beichttermine bitte an das Pfarrbüro. Selbstverständlich kann ein solcher Anruf auch anonym – ohne Namensnennung – erfolgen.

Bußgottesdienste

Neben der Einzelbeichte gibt es den Bußgottesdienst. Im Rahmen eines Wortgottesdienstes werden besondere Hilfen für die Gewissenserforschung gegeben. Die gemeinsame Feier der Gemeinde unterstreicht den kirchlichen Charakter der Versöhnung. Der Bußgottesdienst ist allerdings kein Sakrament.

Quelle: Stefanie Uphues, Bistum Münster (Referat Katechese)

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