Liebe Gemeinde!
Vor 50 Jahren hat die damalige Kirchengemeinde St. Anna den „alten“ Paulushof gekauft. Kurze Zeit später hat sie mit der offenen Kinder- und Jugendarbeit begonnen, die dort neben vielen anderen Aktivitäten und Gruppen der Gemeinde angesiedelt war. Seit 10 Jahren ist der „Paulushof“ als Kinder- und Jugendzentrum in den neuen Räumen untergebracht. Seit gut drei Jahren überlegen wir als Pfarrei, wie es langfristig weitergeht mit dem Blick auf Gebäude und Finanzen. An vielen Stellen haben wir schon gesagt, dass wir uns nicht mehr alles werden leisten können, was gut und wertvoll ist. In dem Zusammenhang ist eine wichtige Frage: Was können wir für die Menschen tun, was im Sinne des Evangeliums ist und was kein anderer tun kann oder will? Die Sorge für Kinder und Jugendliche, oft auch solche, die eine besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen, ist sicher eine Form, wie unser Glaube Gestalt bekommen kann. Aber diese Sorge teilen wir auch mit vielen anderen außerhalb von Kirche, die sie vielleicht genauso gut mit Leben füllen können. Ohne die Aussicht auf eine Weiterführung der Offenen Arbeit am Paulushof durch einen anderen Träger hätte der Kirchenvorstand daher vielleicht anders entschieden, als er Anfang des Jahres beschlossen hat, die Trägerschaft für den Paulushof aufzugeben. So geht für St. Anna bzw. St. Liudger nach 50 Jahren etwas zuende. Es gab viele Höhen und nur manche Tiefen in der Arbeit im Paulushof. Für unzählige Kinder und Jugendlichen war und ist er ein wichtiger Anlaufpunkt im Stadtteil. Ohne alles das, was die haupt- und nebenberuflichen Mitarbeitenden und die Ehrenamtlichen in den letzten 50 Jahren rund um die beiden Paulushöfe geleistet haben, wäre es etwas dunkler im Stadtteil gewesen, dann wäre es den Kindern und Jugendlichen schlechter gegangen. Die Offene Arbeit führt vielleicht niemanden direkt in die Kirche, aber es ist ein wichtiger Dienst für die Kinder und Jugendlichen und eine Form von Prävention, damit bestimmte Schwierigkeiten gar nicht erst entstehen. An diesem Freitag, 16. Oktober, war der letzte Öffnungstag des Paulushofes in unserer Trägerschaft. Wir freuen uns, dass diese wichtige Arbeit ab dem 1. November vom Verein „Schule, Jugend, Kids & Co.“ weitergeführt wird, der schon die Trägerschaft für den Treff am Skaterpark hat und dessen Wurzeln bei Engagierten liegen, die sich vor Jahrzehnten im Paulushof eingesetzt haben. So geht für uns zwar etwas zuende, aber für die Kinder und Jugendlichen geht es weiter, deshalb blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf diesen Tag, meint Ihr
Pastoralreferent Hendrik Werbick










