Liebe Gemeinde!
Am Montag feiern wir das Hochfest St. Petrus und St. Paulus. Zwei Männer – unterschiedlicher könnten sie kaum sein: Petrus, der Fischer, impulsiv, nahbar, voller Herz, aber auch voller Angst. Paulus, der Gelehrte, leidenschaftlich, klar im Denken, radikal in seiner Sendung. Und doch verbindet sie eines: die Begegnung mit Christus, die ihr Leben grundlegend verwandelt. Petrus scheitert – er verleugnet seinen Herrn. Paulus irrt – er verfolgt die junge Kirche. Besonders eindrücklich ist die Geschichte des Saulus: voller Überzeugung kämpft er gegen die Christen, glaubt, im Recht zu sein – bis ihm Christus auf dem Weg nach Damaskus begegnet. Dieses Licht, diese Stimme werfen ihn zu Boden – und stellen sein ganzes Leben auf den Kopf. Aus dem Verfolger wird ein Verkünder, aus Saulus wird Paulus. Seine Vergangenheit wird nicht ausgelöscht, aber verwandelt – in eine neue Leidenschaft für das Evangelium. Auch Petrus erlebt seine Wandlung: vom ängstlichen Verleugner zum Fels des Glaubens. Nach Ostern wird er neu gefragt – „Liebst du mich?“ – und neu gesendet. So zeigt uns dieses Fest: Er beruft nicht die Perfekten, sondern die, die bereit sind, sich berühren und verwandeln zu lassen. Vielleicht steckt in uns selbst etwas von beiden: ein wenig Petrus – unsicher, manchmal schwankend; und ein wenig Paulus – suchend, fragend, unterwegs. Und vielleicht tragen wir auch etwas von Saulus in uns: Bereiche, in denen wir festgelegt sind, überzeugt von uns selbst, blind für Neues. Die gute Nachricht ist: Gott kann genau dort ansetzen – und uns verwandeln.
Ihre Pastoralreferentin Claudia Wonka










