Der Friedhof in Münster-Roxel steht im Eigentum der kath. Kirchengemeinde St. Liudger. Die evangelische Kirchengemeinden Roxel ist nutzungsberechtigt.
Auf dem Friedhof gibt es Gräberfelder für Doppel- und Einzelgräber und seit 1990 auch für Urnengräber. Daneben gibt es die Familiengruften mit vier Grabstellen am Hauptweg des Friedhofs. In der Regel werden die Gräber für eine Laufzeit von 30 Jahren erworben, bei sogenannten Wahlgräbern besteht die Möglichkeit, diese nach Ablauf der ersten Frist für weitere 30 Jahre zu behalten.
Der Nutzungsberechtigte hat dafür zu sorgen, dass das Grab spätestens 6 Wochen nach der Beisetzung würdig herzurichten ist.
Bis zum Ablauf der Ruhefrist muss das Grab ordnungsgemäß in Stand gehalten werden. Das Grab kann auch in Pflege gegeben werden.
Für die Gemeindemitglieder gilt die derzeitige Gebührenordnung, für die nicht im Pfarrgebiet Wohnenden berechnen wir einen Aufschlag von 50 % auf die Gesamtrechnung.

Anfahrt und Lage

Der Roxeler Friedhof liegt direkt an der Tilbecker Straße. Diese führt nach Westen aus Roxels Zentrum heraus. Am Friedhof selbst befinden sich nur sehr wenige PKW-Parkplätze. Rund 200 m weiter westlich gibt es am Roxeler Hallenbad zahlreiche Parkplätze.
Für Navigationsgeräte gilt folgende Zieleingabe: Tilbecker Str. 18, 48161 Münster.

Sie können den Friedhof auch mit den Buslinien 1 und 10 erreichen. Diese halten nahe des Friedhofs an der Haltestelle „Pantaleonstraße“.

Chronologie des Friedhofs in Roxel

Der erste Dorffriedhof von Roxel lag 1190 – 1835 auf dem Platz um die St.-Pantaleon-Kirche herum, dem sog. Kirchhof. Auf ihm stand neben dem alten Schulhaus auch eine kleine Kapelle, die man im Volksmund nach dem benachbarten Gasthaus „Beyers Kapelle“ nannte. „Ein mittelalterlicher Friedhof war kein stiller und beschaulicher Platz, sondern ein viel begangener …, auch von Handel und Wandel bestimmter Ort, … es herrschte Leben und buntes Treiben.“. Ende des 18. Jhs. war dann jedoch im Allgemeinen Preußischen Landrecht verfügt worden, „dass an den Kirchen und in den bewohnten Gegenden allerorten keine Menschen beerdigt werden dürfen (§184)“.

Nicht nur aus diesem Grund, sondern auch weil der Kirchhof um 1830 zu klein wurde und man zudem den Ortskern verschönern wollte, stellte die Kirchengemeinde 1834 einen entsprechenden Antrag auf Verlegung des Friedhofes bei der Kreisbehörde. Nach der Genehmigung durch Landrat Graf von Schmiesing stellte die Kirchengemeinde westlich des Ortskerns, an der Mollenporte, der heutigen Tilbecker Straße, zwei Morgen Land zur Verfügung, welche zum Besitztum des jeweiligen Ortspfarrers gehörten. Dieses Grundstück wurde vom Pfarrer Bernhard Poppe ( 1835 – 1866) an die Pfarrgemeinde für eine jährliche Erbpacht von 10 Talern verpachtet. Die Gemeinde legte zwei Gräberfelder an, die durch einen Hauptweg getrennt waren, der vom Eingangstor an der Tilbecker Straße nach Süden auf die im Jahr 1835 errichtete Kreuzigungsgruppe zu führte.
Diese Kreuzigungsgruppe hatte der Bildhauer Johann Wilhelm Gröninger aus Billerbeck im Auftrag von Heinrich Wilhelm von Droste Hülshoff, dem Großvater der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, im 18. Jh. aus Baumberger Sandstein anfertigen lassen. Der Bruder der Dichterin, Freiherr Werner Konstantin, und seine Gattin schenkten dieses Kunstwerk 1835 der Pfarrei Roxel anlässlich der Einweihung des neuen Friedhofs; die Familie Droste-Hülshoff erhielt im Gegenzug an beiden Seiten dieses Kreuzes Begräbnisplätze für die eigene Familie.

Der neue Friedhof wurde am 29. November 1835 eingeweiht. Die erste Beisetzung fand am 19. Dezember 1835 in der Südost-Ecke des östlichen Gräberfeldes statt. Die Belegung dieses Gräberfeldes erfolgte bis 1874, dann begann man mit den Beisetzungen an der Südseite des westlichen Gräberfeldes; ab 1911 erfolgte die Zweitbestattung auf dem östlichen Gräberfeld.
Seit 1914 wurden auch evangelische Personen in Roxel beerdigt, die erste bei uns eingetragene evangelische Beerdigung war ein 1914 bei einem Manöver in Altenroxel verunglückter Soldat aus Bielefeld (zwischen 1914 und 1956 sind insgesamt 24 evangelische Personen in Roxel beigesetzt worden).

Nach 1937 wurden unter Pfarrer Dr. Heinrich Könemann (1937 -1959) aus Spendenmitteln der Gemeinde zunächst umfangreiche Restaurierungsarbeiten vorgenommen, die auch die Kreuzigungsgruppe betreffen sollten. Da Dr. Könemann 1938 gemeinsam mit dem Kirchenvorstand eine Erweiterung des Friedhofs in südlicher und westlicher Richtung für sinnvoll hielt, wurde die Medizinalbehörde des Kreises Münster gebeten, wegen der Dorfnähe des Platzes eine entsprechende Bodenprüfung vorzunehmen. In dem erstellten Gutachten hieß es u.a..: „Wenn eine wirksame Drainage von 2,50 Meter Tiefe angelegt wird, ist der in Aussicht genommene Platz für eine Friedhofserweiterung geeignet.“ Die Genehmigungen des Generalvikariats und der Regierung Münster lagen im Februar 1939 vor. Auf Grund fehlender Arbeitskräfte in den Kriegsjahren sowie einer Vereitelung durch den damaligen Bürgermeister Kramer erfolgte die Erweiterung des Friedhofs zunächst nur nach Westen. Alle Arbeiten wurden ehrenamtlich am Feierabend von den älteren Männern aus Roxel durchgeführt, die jüngeren waren im Kriegsdienst. Am 5. August 1942 wurde eine neu erstellte Kopie der inzwischen stark verwitterten Kreuzigungsgruppe – diesmal aus Bentheimer Sandstein – weiter westlich am Ende des neuen Hauptweges aufgestellt (steht dort heute noch). Am alten Standort wächst heute ein Mammutbaum auf der Familiengruft von Droste-Hülshoff.

Im Sommer 1956 baute man – mit Zuschüssen der politischen Gemeinde – die erste Leichenhalle, im Volksmund „Friedhofskapelle“ genannt; von nun an diente der Friedhof auch den evangelischen Christen als Begräbnisstätte; die erste Nutzung erfolgte am 25.09.1956.

Mit Dienstantritt von Pfarrer Wilhelm Elting (1959 – 1974) beschloss der damalige Kirchenvorstand, die Friedhofsanlage neu zu gestalten und beauftragte den Gartenarchitekten Carl Nissen aus Greven damit. Er hat damals schon das Gelände westlich des damaligen Friedhofs für eine spätere Erweiterung in seine Planungen einbezogen. 1963 begann man mit der Umsetzung des von Nissen entworfenen Plans, der bis heute Grundlage unseres Friedhofs ist und allgemein Anerkennung findet. Mitte der 1960er Jahre beschloss man den Bau einer Einsegnungshalle, die im Sommer 1967 eingeweiht werden konnte.

Unter Pfarrer Godehard Schilgen (1974-2002) erfolgte die Erweiterung und Anpassung des Friedhofs an das Gesamtkonzept mit einem Kostenvolumen von 35.405 DM. Die politische Gemeinde versprach 1974 einen Zuschuss von 18.000 DM, der nach der Eingemeindung Roxels (1975) von der Stadt Münster übernommen wurde. Mit der schon unter Nissen geplanten West-Erweiterung (2.921 m²) konnte man, nachdem endlich alle Genehmigungen (dementsprechende Anträge liefen seit 1989) vorlagen, im April 1993 beginnen; zeitgleich wurde der kleine Parkplatz an der Tilbecker Straße fertig gestellt.

Im Jahr 2002 befand sich die Einsegnungshalle, vor allem deren Nebengebäude, in einem sehr schlechten Zustand. Der Architekt Alo Kröger aus Roxel plante eine Neugestaltung der Einsegnungskapelle mit „viel Licht als Zeichen der Hoffnung“ sowie den Neubau des Nebengebäudes mit Aufbewahrungsräumen. „Hier ist das Beten am Sarg so möglich, wie es in den Häusern früher praktiziert wurde“, sagte Pfarrer Dr. Norbert Tillmann (2002 – 2009) bei der Einsegnung der Kapelle am Christkönigssonntag im November 2003.

Der Platz vor der Einsegnungshalle (Auferstehungskapelle) wurde 2008/09 unter Einbeziehung der Fläche des ehemaligen Ehrenfriedhofs neu gestaltet. Die bis dahin verbliebenen, vereinzelt liegenden neun Kriegsgräber fanden an der Südseite der Kreuzigungsgruppe einen schönen Platz.

Zwei besondere Grabstätten befinden sich noch heute auf dem Friedhof, zum einen die Begräbnisstätte der Familie v. Droste zu Hülshoff östlich neben der Kreuzigungsgruppe und zum anderen die Begräbnisstätte der Familie Olfers (rechts vom Eingang an der Tilbecker Straße). Die Priestergräber befinden sich seit 1962 zu beiden Seiten der Kreuzigungsgruppe.

Mitte 2011 wurde unter Pfarrer Dr. Christian Schmitt (seit 2009) nach einem Plan des Gartenarchitekten Kemming aus Roxel der 1963 erstmals angelegte Mittelweg vom Eingangstor an der Tilbecker Straße bis zur Kreuzigungsgruppe neu gestaltet:
Die ältere Pflasterung aus Betonsteinen wurde neu verlegt; um den parkähnlichen Charakter des Weges zu erhalten, pflanzte man an Stelle der mit Pilz befallenen Zierkirschen neue Sumpfeichen; niedrige Pollerleuchten erhellen nun den Weg bei Bedarf in den Abendstunden; vor der Kreuzigungsgruppe, die abends ebenfalls angestrahlt wird, endet der Weg in einem runden, gepflasterten Platz.

Kurzfassung des Beitrages von Franz Weitzel im „Roxel Magazin / 2011“, S. 13 – 46, herausgegeben vom Heimat- und Kulturkreis Roxel e.V.

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