Historie
Am 2. Dezember 1906 wurde der Mecklenbecker Friedhof geweiht. Das war ein wichtiges Datum für die Entwicklung des Selbstbewusstseins in dem Stadtteil. Die Menschen wollten ihre Angehörigen vor Ort in geweihter Erde bestatten können.
Unser Friedhof ist ein christlich-katholischer, aber offen für alle. Viele Menschen glauben heute nicht an eine Auferstehung von den Toten. Unsere Hoffnung bieten wir Andersgläubigen an als Hintergrund, vor dem sie ihre Trauer bewältigen können. Wir glauben, dass Gott niemanden vergisst. Er kennt uns und ruft uns bei unserem Namen. Jeder ist persönlich und namentlich gewollt. Deshalb lassen wir keine anonyme Bestattung zu. Anonym heißt ja namenlos. Niemand soll namenlos werden. Vor dem Hintergrund des christlichen Glaubens wäre das eine Verletzung der menschlichen Würde. Jeder bleibt eine unverwechselbare Person, auch wenn er stirbt. Das ist unsere Hoffnung. Auf manchen alten Friedhöfen steht noch der Spruch: „Mors porta vitae!“ Der Tod ist das Tor zum (ewigen) Leben. Unsere Verstorbenen sind nicht weg, sie sind nur vorläufig nicht sichtbar. Wer das glaubt, betritt die geweihte Erde des Friedhofs mit einem anderen Bewusstsein und manchmal auch mit einem anderen und versöhnteren Gefühl.
Im Jahr 1968 erfolgte eine Friedhofserweiterung, die die damals junge Gemeinde St. Stephanus in der Aaseestadt wünschte und finanzierte, um einen Friedhof in erreichbarer Nähe zu haben.
Friedhofskapelle
Bis zum Beginn der 1970er Jahre gab es noch keine Friedhofskapelle.
Ein Bauplan von 1970 sah eine Bausumme von 115000 DM vor, die von beiden Gemeinden nicht aufzubringen war. Deshalb entschloss man sich, die Friedhofskapelle in Eigenleistung zu errichten. Vom Frühjahr 1970 bis zum Sommer 1971 waren jeden Samstag durchschnittlich zehn Männer auf der Baustelle, mit vielfältiger Unterstützung aus beiden Gemeinden. Das Gemeinschaftswerk wurde an Allerheiligen 1971 feierlich eingeweiht.
Da die Kapelle nur wenig Licht in den Innenraum ließ, erhielt sie im Zuge einer ersten Umbaumaßnahme im Jahr 2005 ein großes Fenster mit dem eingearbeiteten charakteristischen Kreuz, das den Blick in die Weite des Friedhofs erlaubte und den Kapellenraum erhellte.
Nach über 50 Jahren wurde eine Grundsanierung von Juli bis Oktober 2022 durchgeführt. Ein besonderes Augenmerk galt den beiden Abschiedsräumen, die nun durch große, von LEDs beleuchte Wandbilder Helligkeit geben und für die Menschen aus unseren Gemeinden Vertrautheit und Ruhe ausstrahlen. So kann zum Beispiel der abgebildete Weg am Aasee bei den Trauernden an gemeinsame Wege Erinnerungen wecken.
Kriegsgräber
Im westlichen Teil des alten Friedhofsteils befindet sich ein Kriegsgräberfeld. Bestattet sind Gefallene des Zweiten Weltkrieges, die bei den letzten Bombardierungen auf Münster am 15. März bzw. 2. April 1945 starben. Es handelt sich um neun Einzelgräber und zwei Sammelgräber, in denen 12 kroatische Flaksoldaten beerdigt sind. Die Namen dieser Flaksoldaten sind auf den Grabkreuzen nicht verzeichnet. Kroatische Soldaten des Unabhängigen Staates Kroatien, der seit 1941 an der Seite Deutschlands kämpfte, wurden als „Heimatflak“ eingesetzt und sind hier in Münster in den letzten Kriegstagen gefallen.
Mit einem Besuch der Kriegsgräber auf unserem Friedhof können wir der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in besonderer Weise gedenken und für heutige und zukünftige Generationen die Erinnerung an die schrecklichen Folgen von Kriegen wach halten.
Sternenkindergrab
Auf dem Friedhof unserer Pfarrei gibt es seit 2003 ein Sternenkindergrab auf dem Friedhof Mecklenbeck.
Ein Kind zu verlieren, ist eine der schlimmsten und schmerzhaftesten Erfahrungen, die Eltern machen können. Eine Grabstätte kann ein Ort für die Trauer um das Kind sein.
S
chon 2003 wurde auf Anregung des damaligen Klinkenseelsorgers des Clemenshospitals diese Grabstätte durch Pfarrer Messing auf dem Friedhof zunächst als Rasenfläche angelegt und ein Kreuz mit der Inschrift „Der Himmel geht über allen auf“ errichtet. Für alle Kinder, die mit weniger als 500 Gramm Geburtsgewicht tot zur Welt kommen, übernimmt in der Regel die Klinik die Beisetzung. Für das Clemenshospital werden die in den frühen Schwangerschaftswochen verstorbenen Kinder zweimal jährlich im Rahmen einer ökumenischen Trauerfeier, die von den Klinikseelsorgern und Seelsorgerinnen geleitet wird und zu der alle Eltern und Angehörige eingeladen werden, auf dem Friedhof in Mecklenbeck beigesetzt.
Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich, dass ein bepflanztes, blühendes Grab den Wünschen der trauernden Eltern mehr entsprach. Im Jahr 2022 ist das Kreuz erneuert worden – viele bunte Steine erinnern an alle Sternenkinder.
Im Jahr 2025 wurde die Grabstätte neu gestaltet. Seitens der Alexianerstiftung wurde dieses Vorhaben finanziell getragen und es konnte der Künstler Winfried Häder für die Neugestaltung gewonnen werden.
Anfahrt und Lage
Der Mecklenbecker Friedhof ist mit dem PKW über den Dingängerweg zu erreichen. Vom Dingbängerweg fahren Sie der Beschilderung folgend durch das kleine Wohngebiet am Vorholtweg zum Friedhof.
Für Navigationsgeräte gilt folgende Zieleingabe: Vorholtweg 40, 48163 Münster.
Sie können den Friedhof auch mit der Buslinie 20 erreichen. Diese hält nahe des Friedhofs der Haltestelle „Altenroxel Friedhof“.
Informationen zum Friedhof
Der Friedhof in Münster-Mecklenbeck steht im Eigentum der Pfarrei St. Liudger. Die Gemeinden St. Anna und St. Stephanus verwalten die Friedhof und nutzen ihn. Dazugehörig sind die beiden evangelischen Gemeinden Johannes und Jakobus.
Folgende Grabstätten können wir anbieten:
- Reihengräber
- Urnengräber (1×1 m)
- Wahlgräber
- Sarggräber
- Urnengräber
- Reihengräber
- Rasenreihengräber
- Urnenreihengräber
Weitere Details zu den Grabarten, Voraussetzungen für eine Bestattung auf unseren Friedhöfe und zu den Friedhofsgebühren im Bestattungsfall entnehmen Sie bitte der aktuellen Friedhofssatzung oder der Gebührenordnung.
Für die Friedhöfe der Kirchengemeinde St. Liudger wurde eine neue Friedhofsatzung beschlossen. Diese trat einen Tag nach der Veröffentlichung am 25.02.2025 in Kraft und ersetzt die alte Satzung vom 01.05.2018.
Friedhofsverwaltung
Für den Friedhof in Mecklenbeck übernimmt ab dem 1. Juli 2026 die Verwaltung des Zentralfriedhofs verwaltende und organisatorische Aufgaben zur Unterstützung der Pfarrei St. Liudger.
Die Verwaltung des Zentralfriedhofes ist während der üblichen Bürozeiten (Montag bis Freitag, 9:00–12:00 Uhr und 14:00–16:00 Uhr) per Telefon 0251-484373-26 und per E-Mail St.Liudger@zentralfriedhof-muenster.de erreichbar. An gesetzlichen Feiertagen gilt die Erreichbarkeit nur für Notfälle.
Ein Mitarbeiter der Verwaltung bietet im Pfarrbüro St. Anna eine regelmäßige Vor-Ort-Sprechstunde donnerstags von 14.30 – 16.30 Uhr an.
Pfarrbüro Mecklenbeck
Dingbängerweg 61
48163 Münster
Tel. 0251 27600050
Fax 0251 276000519
