Liebe Gemeinde!
Nun feiern wir am Sonntag bereits den 5. Ostersonntag. Es ist daher naheliegend einmal die Frage zu stellen: Ist in uns noch lebendig, was wir zu Ostern in feierlichen Liturgien als Gemeinde miteinander gefeiert haben? Spüren wir etwas in unserer Pfarrei von dem Ruck, der vor über 2000 Jahren durch die ersten Jüngerinnen und Jünger gefahren ist, die durch die Begegnung mit dem Auferstandenen zu Zeuginnen und Zeugen der Botschaft Jesu geworden sind? Aus Verzagten und Niedergeschlagenen wurden überzeugte, frohe Verkünder der Botschaft von Jesus, dem Auferstandenen, die wieder an ihre Zukunft glauben konnten. Darüber drängte es sie zu sprechen. Gerade heute, wo wir viele Zumutungen unserer Zeit managen müssen, brauchen wir die Kraft und Ausstrahlung dieses Aufbruches, der damals hat die Kirche Jesu entstehen lassen. Wir brauchen diesen Neuanfang in unserer Gesellschaft, wo wir mit den politischen Parteien den Mut finden müssen, die drängenden Probleme unseres Landes endlich und ehrlich zu lösen. Es ist leicht, von Reformen zu reden. Es ist aber herausfordernd und mutig, unsere Gesellschaft und das Miteinander in unserem Land und in der Kirche wirklich zukunftsfähig zu machen. Nicht ein Verharren in liebgewordenen Meinungen braucht es, sondern den Mut zu ehrlichen Kompromissen, wo wir auch bereit sind, über den Tellerrand unserer Wünsche zu schauen. Es gilt heute die Kraft aufzubringen, die eigenen Meinungen zu überprüfen. Zeiten der Krisen sind so immer auch Gelegenheiten, als Menschen zu wachsen und zu reifen. Es gilt, neue Chancen der Gegenwart zu entdecken, die Vertrauenskrise in Gesellschaft und Kirche zu überwinden, und die Quellen der Hoffnung, die uns gerade die Osterbotschaft gibt, zu suchen. Der neue Anfang, der Aufbruch, kann der Beginn eines neuen Lebens sein. Das Leben auf Gott hin ist unendlich offen. Auch unsere Zeit eilt Gott und seiner Ewigkeit entgegen, und nicht der Vergangenheit und dem Untergang. Diese Überzeugung ist der Grund, warum unser Glaube als Christen untrennbar mit einem Optimismus verbunden ist. Ja, es ist eine große Versuchung, dass wir uns immer andere Zeiten wünschen, in der wir dann leben. Aber klagen wir nicht nur und reiben wir uns wund an den Situationen, in die wir nun einmal hineingestellt sind. Ich wünsche mir, dass wir als Kirche von einer Hoffnung getragen sind, die über das Sichtbare und Begreifbare dieser Welt hinausgeht. Werden wir als Pfarrei St. Liudger zu einer Erzählgemeinschaft der österlichen Hoffnung. Werden wir Menschen, die die Fragen unserer Mitmenschen hören und verstehen wollen, weil wir an die Hoffnung glauben, die wir selbst durch Christus den Auferstandenen haben dürfen, eine Hoffnung, die unser Leben erfüllt und unseren Alltag trägt. Dieses Gottvertrauen kann unser Leben tragen. Das wünsche ich Ihnen und mir, dass wir die Osterbotschaft gerade heute nicht vergessen, sondern ihr trauen. Seien wir den Menschen in unserem Pastoralen Raum eine Stütze, so wie Gott verlässlich Ihr und mein Leben trägt.
Ihr Pastor Heinz Erdbürger










