Liebe Gemeinde!
Die Fastenzeit neigt sich ihrem Ende zu. Ab diesem Sonntag treten wir in die heilige Woche ein und bedenken den Weg Jesu, den er in Jerusalem gegangen ist. Die Botschaft dieses zentralen Gedenkens fordert mich noch immer heraus. Die Liturgien des Palmsonntags und die Feiern der Drei Österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und von der Auferstehung sind mir eine Hilfe, dass ich mehr verstehen kann, was wir in diesen Tagen als Kirche wieder feiern dürfen und was die Mitte unseres und meines Glaubens ist. Die Wochen der Fastenzeit sind eben mehr als nur die Vorbereitung auf ein großes Glaubensfest. Diese Zeit ist eine geistliche Wegstrecke, die uns Menschen verwandeln will. Wer also Ostern verstehen will, muss den Weg dorthin mit Jesus Christus mitgehen. In der Heiligen Stadt Jerusalem sollte Jesus seine Sendung erfüllen, indem er sein Leben am Kreuz hingab und für alle und für immer zum Segen wurde. Das Kreuz ist nicht ohne die Herrlichkeit der Auferstehung zu haben. Wir feiern in einer Welt des Todes das Leben, dass uns keine Macht der Welt nehmen kann. Sie sind in dieser Woche eingeladen, diesen Weg Jesu mitzugehen, um zu begreifen, was uns Jesus in seiner Auferstehung schenken möchte. Es geht aber nicht allein um ein Verstehen in einem intellektuellen Sinn, sondern um ein Verstehen im existentiellen Sinn. Wir dürfen im Glauben entdecken, was wir in den großen Liturgien dieser Tage feiern dürfen. Wir sollen Ostern aber nicht nur feiern, wie wir es vielleicht schon oft in unserem Leben getan haben, sondern wir sollen diese frohe Botschaft wieder (neu) empfangen, damit sie Teil unseres Lebens werden kann, damit sie zum Fundament unseres Lebens werden kann, die uns in diesen so herausfordernden Zeiten trägt und was uns in unserer Suche nach dem tieferen Sinn unserer Existenz Orientierung geben will. Ostern ist die entscheidende Wende im Leben der Menschheit. Ostern hat den Jüngerkreis Jesu verändert. Aus verzagten und glaubensschwachen Menschen wurden überzeugte, glaubensfrohe Nachfolger Jesu. Es ist für mich in diesem Jahr ein Geschenk, dass wir am Fest des Heiligen Liudger, unseres Bistumsgründers, erfahren durften, dass unser Bistum Münster wieder einen neuen Bischof bekommen wird. Seine Aufgabe wird es sein, Brückenbauer, Seelsorger und Teamplayer zu sein. Er soll uns ein Beispiel geben, wie wir das Evangelium des Auferstandenen heute verstehen und leben können. Beten wir für unseren neuen Bischof, dass er uns hierbei Ansporn sein kann, dass wir es mit ihm wagen, unseren Taufglauben mit Freude zu leben. Das kirchliche Interesse ist das Evangelium von der Auferstehung Jesu. Um diese Botschaft muss es uns gehen. Liebe Gemeinde, wagen wir das Leben, wagen wir den Aufbruch in eine Zeit, wo auch durch uns die Melodie Gottes zum Erklingen gebracht wird.
Frohe und gesegnete Ostern Ihnen allen.
Ihr Heinz Erdbürger, Pastor










