Liebe Gemeinde!
Donnerstag war es wieder soweit: Menschen haben sich versammelt, um Gottesdienst zu feiern und eine Scheibe Brot durch die Straßen zu tragen – es war Fronleichnam. Wie oft höre ich: Lasst doch den Quatsch! Das interessiert niemanden mehr! Ich gebe zu, dass ich mich selbst schon oft gefragt habe, ob wir dieser Tradition weiterhin soviel Aufmerksamkeit, Vorbereitung und somit Zeit widmen sollten. Denn auch ich stelle fest: Dieses Zeichen der Gegenwart Gottes in der Hostie ist immer weniger Menschen ein Begriff. Doch wäre es dann nicht eine spannende Frage: Was ist die Alternative? Was ist es, was ich von meinem Glauben den Leuten sagen und zeigen möchte? Viele sind schnell mit dabei zu sagen, was sie am Glauben (und an der Kirche, viele machen da keinen Unterschied) nicht mehr sehen und hören wollen: keine alten Männer, keine alten langweiligen Gesänge, keine langen Predigten, … Aber: Was trägt dich im Glauben? Was ist das? Am Wochenende hören wir in der ersten Lesung, wie der Prophet Hosea – ein Sprachrohr Gottes – verkündet: Denn an Liebe habe ich Gefallen, nicht an Schlachtopfern. Und Jesus ruft den Pharisäern zu: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer! Liebe und Barmherzigkeit wünscht sich Gott von uns. Es gab eine Zeit, in der die Menschen in der konsekrierten Scheibe Brot die Liebe Gottes so tief in den Herzen spürten, dass sie dieses Zeichen anderen zeigen wollten, damit auch sie in diesen Genuss kommen können. Und wenn es heute nicht mehr diese Hostie ist, was ist es dann, was meine Liebe zu Gott zum Ausdruck bringt? Was ist es dann, was ich den anderen Menschen von der frohen Botschaft zeigen möchte, damit sie selbst der Liebe und Barmherzigkeit Gottes auf die Spur kommen? Eine spannende Frage in diesen Tagen, der wir uns stellen können, finde ich. Ein schönes Wochenende und eine gute Woche wünscht
Ihre Pastoralreferentin Angela Bulitta










