Liebe Gemeinde!
Am Wochenende kommt die erste Lesung aus dem Jesajabuch. Sie besteht aus zwei Versen, die mich sofort angesprochen und zum Nachdenken angeregt haben: So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, ohne die Erde zu tränken und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen, dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe. Besonders angesprochen hat mich der Gedanke, dass kein Gotteswort leer zu Gott zurückkehrt. Wenn ich im Gottesdienst sitze, „erschlägt“ mich oft der Wortschwall, der auf mich einprasselt: Gebete, Lesungen, Evangelium, Predigt, … Ich muss gestehen: Ich bin keine gute Zuhörerin. Wenn mich z. B. nicht gleich zu Beginn die Predigt anspricht, schweife ich mit meinen Gedanken ab. Ähnlich bei den Schriftworten: Ist der Text zu kompliziert, folge ich ihm nicht, ist er mir zu bekannt, kann es mir auch passieren. Aber das sind doch die Stellen, an denen das Wort Gottes zu mir kommt. Wie soll es wirken, wenn ich mit meinen Gedanken woanders bin? Auf der anderen Seite spüre ich jedoch, dass nahezu jeder Gottesdienstbesuch auf mich eine kraftgebende Wirkung ausübt. Ich besuche gerne die Heilige Messe. Wahrscheinlich ist es nicht der „Wortschwall“ zur Gänze, der mich erquickt, sondern der Mischmasch aus bekannten Texten und neuen Impulsen. Wenn es nicht die Worte der Predigt sind, die mich erquicken, dann das meditative Mitbeten des Hochgebets. Vielleicht aber auch das eine Wort, der eine Vers, der mich gerade trifft, beschäftigt und zum Denken anregt – so wie jetzt das Jesajawort. Vielleicht geht es Ihnen an diesem Wochenende genauso: Seine Sie gespannt auf die Worte, die Sie hören werden. Vielleicht ist eins dabei, dass Gott für Sie spricht, Sie anregt, Sie erquickt und Kraft schenkt. Ich wünsche es Ihnen.
Ihre Pastoralreferentin Angela Bulitta










