Liebe Gemeinde!
Es ist Winter. Die Temperaturen sind frostig und es schneit regelmäßig. Eigentlich nichts Außergewöhnliches passiert gerade draußen. Doch wenn man die Menschen reden hört, könnte ein anderer Eindruck entstehen. Viele fluchen über das Wetter, sind genervt vom Schneeschieben und finden alles ganz schlimm. Woran liegt das? Sind wir vielleicht aus der Übung gekommen, mit den winterlichen Verhältnissen umzugehen? Wenn man lange nicht mit dem Auto über schneebedeckte Straßen gefahren ist und auf keine routinierten Erfahrungen zurückgreifen kann, macht eine anstehende Fahrt im Auto bei diesen Wetterverhältnissen Angst. Wenn ich lange nicht mehr auf glatten Untergründen unterwegs war, dann bewege ich mich unsicher, weil ich einen Sturz fürchte, Tja, und so wird ein eigentlich ganz „normaler“ Zustand zu einer Herausforderung. Ist es nicht auch so mit dem Glauben? Ich merke, dass es hier in Münster viele Menschen gibt, die katholisch sind. Mehr als in den Gegenden, wo ich vorher gelebt und gearbeitet habe. Aber was mir auffällt: Nirgends waren die Menschen so wenig geübt, über den Glauben und Gott zu sprechen wie hier. Es gibt katholische Traditionen, die gepflegt werden. Aber mein Gefühl ist, dass das nicht aus Glaubensüberzeugung geschieht, sondern weil es einfach immer so war. Warum das alles aber so stattfindet, welche Bedeutung dahintersteht, der innere Bezug und Vollzug ist kaum noch vorhanden. Vielleicht, weil viele aus der Übung sind und weil viele religiöse Routinen nicht mehr im Alltag vorhanden sind, nicht eingeübt sind? Nun habe ich zwei Möglichkeiten, sowohl beim Umgang mit dem Winter wie bei der Ausübung meines Glaubens: Fuchse ich mich rein oder ich lasse es einfach sein? Das eine ist anstrengend, das andere scheinbar leichter. Wenn wir am Wochenende „Darstellung des Herrn“ feiern und den Blasiussegen angeboten bekommen, können wir uns fragen: Haben die Botschaft vom Licht, das durch Jesus in die Welt gekommen ist, in meinem Leben eine Bedeutung? Gibt diese Botschaft mir Kraft und Zuversicht? Kann ich daran glauben? Ähnlich verhält es sich mit dem Blasiussegen: Glaube ich daran, dass dieses Zeichen einen Sitz in meinem Leben hat? Erreicht der gesprochene Segen durch die gekreuzten Kerzen mein Herz? Kann ich daran glauben, was mir da zugesagt wird? Übung macht den Meister – im Winter wie im Glauben. Üben wir also fleißig weiter …
Eine gute Woche wünscht Ihre Pastoralreferentin Angela Bulitta










